Wandern im Flussbett
Ein zweifelhaftes „Vergnügen“ hatten 26 OWK'ler aus Groß-Zimmern am Sonntag den 16.08.2026: Die große Sonntagswanderung am rechten Rheinufer von der Wormser Brücke bis nach Gernsheim führte über ca. zwei Kilometer auch durch das ausgetrocknete Flussbett. Der Rhein schrumpfte an diesen Stellen um über die Hälfte seiner normalen Breite. Große Sand-, Kies- und Muschelbänke tauchen auf und sind begehbar.
Und der Wassermangel macht sich auch am Ufer bemerkbar. Die riesigen Pappeln haben schon sehr viele Blätter abgeworfen und das trockene Laub auf den Wegen raschelt beim Laufen wie im Spätherbst. Die wenigen Frachtschiffe liegen hoch im Wasser und sind kaum beladen. Es ist ungewöhnlich still auf dem Fluss.
Um so mehr Leben war an diesem Sonntag an den Ufern: Erholungssuchende zu Fuß und mit dem Rad waren überall auf den Dämmen und in den Auen unterwegs. Auf den Sandbänken sonnten sich Familien und gingen baden. Es war halt ein Sonntag im Hochsommer. Lag die Temperatur bei Beginn der Wanderung um 10 Uhr noch bei 26° C, so stieg sie bis zum Ende in Gernsheim auf 32° an.
Und die Wanderstrecken waren anspruchsvoll - nicht wegen ihres Profils, sondern wegen ihrer Länge: 18,6 km wanderten die Langstreckler von der Wormser Rheinbrücke über das Naturschutzgebiet Maulbeeraue und die Burg Stein bis Gernsheim. Die Mittelstreckler starteten in Nordheim und liefen ihre 15,6 km über die alte NATO-Straße an den Rhein bis zur Burg Stein und weiter. Auf dem Weschnitzdamm kamen die Kurzstreckler (12 km) von Wattenheim aus gelaufen und rasteten ebenso an den Ruinen der alten Burg Stein, die von der Römerzeit bis nach dem Dreißigjährigen Krieg eine wechselvolle Geschichte hatte und heute im Schatten des Steiner Waldes ein wunderbarer Ruheplatz ist.
Alle drei Gruppen gingen von dort aus weiter, passierten das ehemalige KKW Biblis und die anschließende Hammer Au mit ihren vielen Obstbäumen. Hinter einer weiteren NATO-Straße kam dann endlich Gernsheim in Sicht und der letzte Kilometer auf einer beschatteten Promenade war dann auch der schönste Streckenabschnitt. Unter großen Platanen im Biergarten des Fährstübchens Gernsheim waren dann vor allem kalte Getränke angesagt. Es gab einiges an Flüssigkeitsverlust auszugleichen, bevor der Winzenhölerbus zur Heimreise startete.
Text: Helmut Kriha
Fotos: Jinghui Liu, Karin Olt, Norbert Kaiser, Michael Höfs, Walter Bauer

Langstreckler und Mittelstreckler im trockenen Flussbett
Wandergruppe der Kurzstreckler
Mittelstreckler auf dem Uferweg
endlich! ein Wegstück im Schatten
extremes Niedrigwasser am Rhein