Auf den Höhen rund um Wembach/Hahn
Das Wichtigste vorweg:
Wann: Sonntag, 08.03.2026
Abfahrt: 09:00 Uhr, Groß-Zimmern, Bahnstraße Ecke Darmstädter-Straße, vis-à-vis vom Zooladen
Rückkehr in Groß-Zimmern ca. 17:00 Uhr
Streckenlängen: 16 km (320 m↑), 14 km (275 m↑) und 10 km (200↑) zur Auswahl in drei Gruppen
Fahrtkosten für den Bus: 12 Euro für OWK-Mitglieder, 15 Euro für Nichtmitglieder
Schlussrast: gegen 15:00 Uhr im „Ristorante da paolo“, in der Waldenserhalle in Wembach/Hahn
Webseite: https://da-paolo-or.de
Hinweis: Da in der Gaststätte nur 38 Sitzplätze zur Verfügung stehen, ist die Teilnehmerzahl auf 38 beschränkt; eine rechtzeitige Anmeldung ist daher sicher von Vorteil.
Essen vorbestellen: Um die Wartezeit in der Gaststätte zu reduzieren, bitten wir mit der Anmeldung auch gleich um Angabe, welches Gericht gewünscht wird. Hierzu kann eine Speisekarte der Gaststätte mit zusätzlicher Nummerierung (in roter Schrift) hier heruntergeladen werden. daPaolo_Speisekarte-mit-Nummern Bitte einfach die entsprechende Seite und Nummer bei der Anmeldung angeben.
Anmeldung: bis spätestens Mittwoch, 04.03.2026 per
E-Mail: info@odenwaldklub-gross-zimmern.de (bevorzugt)
oder per Telefon bei Norbert Kaiser 06071 - 43173
bei Anmeldung über Email erfolgt eine Bestätigung
Gäste sind wie immer herzlich willkommen.
Wir freuen uns auf viele Wanderfreudige, die Wanderführer:
Michael Höfs, Norbert Kaiser und Manfred Maiwald
Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt ...
beginnt ein altes Volkslied aus Mähren, das den Aufbruch der Natur im März besingt. Und so freuen auch wir uns nach den „Winterwanderungen" im Januar und Februar auf eine „Frühjahrswanderungˮ im März mit Sonnenschein und milden Temperaturen. Nachdem es in den Wintermonaten auf der Nordhalbkugel der Erde wegen der tief stehenden Sonne erst mal beständig kälter wird, kommt jetzt die Zeit, in der die Sonneneinstrahlung langsam intensiver wird, und die Temperaturen steigen. Wenn da nicht wieder - wie in den letzten Jahren - durch Polarluft aus Nord oder Ost ein Märzwinter mit ziemlich eisigen Temperaturen die Freude trübt.
Blick auf Hahn von der Höhe Dörnbach aus - im Hintergrund der Otzberg
Wegbeschreibung
Alle Strecken - Lang, Mittel und Kurz - sind Rundkurse. Sie beginnen und enden an der Waldenserhalle in der Schloßstraße zwischen Wembach und Hahn. Alle Strecken führen zunächst westwärts und dann nach Norden auf die Höhe Dörnbach. Von dort geht es am Waldrand entlang nach Osten und dann südwärts über freies Feld hinab nach Hahn und vorbei am ehemaligen Steinbruch „Dunkle Platteˮ wieder hoch zur Höhe Heidkopf. Dort teilen sich die Strecken. Die Kurzstrecke nimmt den direkten Weg nordwärts hinab nach Wembach und die Mittelstreckler machen einen mehr oder weniger großen Bogen Richtung Rohrbach und von dort wieder hinab nach Hahn zur Waldenserhalle.
Etliche ausgeschilderte Hauptwanderwege des OWK, der überregionale Waldenserpfad und der Sparkassen-Jubiläumswanderweg verlaufen in dieser Gegend mit den Wanderzeichen: HW10 (grüner Kreis), HW12 (grüner waagrechter Doppelstrich), HW13 (blauer waagrechter Strich), HW15 (rotes Quadrat), der Waldenserpfad (blauer Kreis mit grüner Tilde darunter) und der Sparkassenweg mit S1. Die meisten Teile unserer Wanderstrecken verlaufen entlang von einigen dieser Hauptwanderwege. In der auf unserem üblichen Wanderinfoblatt gedruckten Karte sind die Wanderzeichen eingetragen. Bei guten Wetterverhältnissen sind schöne Ausblicke auf den vorderen Odenwald zu erwarten.
Wanderzeichen
Gegen 14:00 Uhr bis 14:30 Uhr werden die einzelnen Gruppen wieder an der Waldenserhalle eintreffen, in der das „Ristorante da paoloˮ dann die hungrigen Wanderer bewirten wird. Gegen 16:30 Uhr wird uns der Bus an der Waldenserhalle abholen und nach Groß-Zimmern zurückbringen, wo wir gegen 17:00 Uhr eintreffen werden.
Waldenserhalle mit dem „Ristorante da paoloˮ
Wissenswertes am Wegesrand
Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort Wembach im Jahre 1287 als Wendebach, der Ort Hahn im Jahre 1318 als Han und Rohrbach ebenfalls im Jahre 1318. Die Orte erlebten eine wechselvolle Geschichte unter zahlreichen adeligen Herren mit reichlich vielen Umbenennungen bis hin zu den heutigen Namen.
Bereits 1382 mussten die Einwohner Plünderungen und Zerstörungen durch bewaffnete Dienstleute der Städte Frankfurt, Mainz und Worms über sich ergehen lassen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg waren die Orte dann völlig zerstört und wurden verlassen. Später bestand nur noch das Hofgut zu Wembach, das der Hessische Landgraf zur Erholung bewohnte.
Im Jahre 1699 erlaubte dann der hessische Landgraf Ernst Ludwig etlichen flüchtigen Waldenser-Familien sich in den Orten Wembach, Hahn und Rohrbach anzusiedeln. Die Orte wurden neu aufgebaut und in der Folge gab es umfangreiche Waldrodungen zur Vergrößerung der landgräflichen Höfe, die vom Landgrafen den Waldenser-Familien zugewiesen worden waren.
Die Waldenser mussten dafür natürlich eine hohe Pacht in Form von Getreide abliefern.
Sie waren aber tüchtige Landwirte und brachten die Kartoffel mit, die hier noch völlig unbekannt war. Außerdem bauten sie so viel Rotklee an, dass sie das Vieh ganzjährig im Stall halten konnten. Dadurch stiegen die Milcherträge und durch den vermehrt anfallenden Stallmist auch die Getreideerträge. Besonders die Kartoffel erwies sich segensreich für den Odenwald, denn zuvor hatte es hier durch schlechte Ernteerträge beim Getreide häufig Hungersnöte gegeben.
Neben eigenen Pfarrern hatte die Kolonie zunächst auch eigene Lehrer sowie eigene Bürgermeister und somit eine eigenständige Verwaltung. Trotzdem wanderten viele der Familien wieder aus nach Brandenburg. Später (1820) wurde dann den Waldensern die Benutzung der französischen Sprache in Kirche und Schule verboten und sie verloren nach und nach auch ihre Privilegien.
Woher kamen die Waldenser?
Der Name „Waldenser" geht auf den reichen Lyoner Kaufmann Petrus Valdes zurück, der das Evangelium nach einem Bekehrungserlebnis offensichtlich wörtlich genommen hatte, Armenspeisungen organisierte, auf Wanderungen das Evangelium in der Volkssprache predigte und die Missstände in der Kirche kritisierte, obwohl er sich als in Teil von ihr begriff.
Sich mit den Mächtigen anzulegen, das bekam ihm natürlich schlecht. Er wurde exkommuniziert und zusammen mit seinen inzwischen zahlreichen Anhängern vertrieben.
Die Waldenser siedelten sich daraufhin zunächst in Südfrankreich an. Schließlich verbot der französische König Ludwig 14. den Waldensern die weitere Ausübung ihrer Religion und sie flohen zunächst in die Schweiz, wo sie den Winter verbringen durften, um im Frühjahr 1699 weiter gegen Norden zu ziehen.
Ein Waldenser-Museum in Rohrbach, die Waldenserhalle zwischen Hahn und Wembach, der oben schon erwähnte ausgeschilderte Wanderweg mit einer Waldenser-Schutzhütte und zahlreichen Informationstafeln geben Auskunft über die Geschichte dieser Einwanderer.
Waldenser-Schutzhuette
zur neueren Geschichte der Orte:
Im Jahre 1972 wurde die Gemeinde Rohrbach im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis nach Ober-Ramstadt eingegliedert. Im Jahre 1977 wurde dann auch die Gemeinde Wembach mit dem seit 1927 dazugehörenden Hahn nach Ober-Ramstadt eingemeindet.
Zur Zeit ist oberhalb von Hahn Richtung der Höhe Dörnbach eine Großbaustelle. Hier wird eine Umgehung der Bundesstraße 426 gebaut, die den seit vielen Jahren durch enormen Durchgangsverkehr geplagten Einwohnern von Hahn Erleichterung bringen soll. Ob die älteren Einwohner die Fertigstellung noch erleben werden? Es ist noch viel Erde zu bewegen ...
Blick vom Parkplatz Heidekopf Richtung Groß-Bieberau
Blick-auf-Wembach vom Weg nach Rohrbach aus
GPS-Track zum Download: Download der Datei „Wembach-Hahn_2026-03-08.gpx“ und/oder Wanderstrecke auf Open-Streetmap-Karte ansehen.
Langstrecke: Blau>Rot>Blau>Rot>Magenta
Mittelstrecke: Blau>Gelb>Blau>Gelb>Türkis>Magenta
Kurzstrecke: Blau>Gelb>Blau>Gelb>Grün
Karte zur Wanderung auf den Höhen rund um Wembach/Hahn